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Eye of Sahara statt Auge des Sturms

Letzte Etappe auf der Landstrasse

Es geht weiter Richtung Norden.
An einer Tankstelle sehe ich diesen Schulausflug.

Seit Daklha sind wir in einer Baustelle unterwegs, bis Agadir soll die Strasse komplett erneuert werden. Immer wieder finden wir uns zwischen Baumaschinen und auf Ausweichspuren wieder.

Während der Mittagspause kann sich der Fleischer das Drama nicht ansehen, wie die Touristen versuchen Tee zu süssen und zu trinken.

Etwa 70 km südlich von Agadir sind schon 4 Spuren vorhanden, die mitten durch Dörfer und Städte führen. Das Chaos am Freitagabend nach dem Gebet ist spannend.
5 Minuten vor Sonnenuntergang kommen wir auf dem Campingplatz an.

Die 3 von der Tankstelle und Dorade Gyros Art

In Boujdour wollte ich den anstehenden Ölwechsel erledigen lassen. Die Werkstatt hat noch geschlossen. Also geht es weiter nach Laayoune. Als Oberzentrum ist dort nahezu alles erhältlich und der Sprit ist dort am günstigsten.
Auftanken

und die Nachfrage ob ein Ölwechsel möglich ist: Natürlich. Mit Filter? Inshallah.
Man schickt mich in eine zurückliegende Halle.
Die Jungs machen gerade Mittag. Bitte 10 Minuten warten und mitessen.

Es gibt tatsächlich einen Filter von Toyota im Regal, also alles bestens.

Mit frischem Öl fahren wir bis zum Nationalpark von Khenifiss.

Am Strand ist ein Wohnmobilparkplatz und Fischer verkaufen frischen Fisch. Wozu Brot mit Dosenfisch essen wenn es frischen zu kaufen gibt?
Ich kaufe 2 Fische und danach frage ich mich, wie sie überhaupt zubereitet werden sollen. In der Pfanne ist es ein bisschen eng.
Also brate ich ein bisschen vor mich hin, drehe sie um und esse auf was gar ist. Dann wieder drehen, essen und so weiter.

Sicherlich nicht die eleganteste Art, aber sehr lecker.
Beim Sonnenuntergang kommt ein Angestellter der Kommune und sammelt 25DH Parkgebühren ein.

Weiter nach Norden

Die Polizeikontrollen sind entspannt, meist werden wir durch gewunken.

Beim Abzweig nach Daklha eine kurze Pause, weiter bis Boujdour.
Es sieht aus, als würden wir in einen Sandsturm einfahren. Wenn man sich jedoch nähert, wird es klarer und bleibt diesig, weil soviel Staub in der Lft ist.

Bei einer Kaffeepause sehen wir die bisher höchste Packungsdichte auf einem 79er. Die Ladefläche wurde etwas angehoben, damit die Radkästen nicht stören.

Beim Tanken taucht ein freundlicher Boxer (Hund) auf. Er möche zu Ira, und sie zu ihm. Die Läufigkeit kommt mittlerweile voll durch.

Wir fahren spontan auf den Campingplatz. Duschen tut mal wieder gut.

Bojdour hat witzige Strassenbeleuchtung: blaue LEDs an der Strandpromenade und grüne bzw. rote LED Marker auf der Strasse neben dem Campingplatz.

Rübermachen

Die letzten 130 km bis zum Asphalt sind mal einfach, mal eckelig zu fahren. Ebener, kleinkörniger Schotter wechselt sich ab mit üblem Wellblech ohne Ausweichmöglichkeiten.

Kurz vor Boulenoir wird klar, warum wir den ganzen Tag keinen Zug gesehen haben: Gleisbauarbeiten blockieren die eingleisige Strecke.

Neben der Strasse Aufpumpen auf 3 bar und siehe da: der Wagen fährt noch geradeaus
Auf 20 km steht eine Windmühle neben der anderen. Das Umspannwerk wird gerade komplettiert. Wahrscheinlich sind dies mehr als in Deutschland 2019 neu gebaut wurden.

Die Ausreise ist entspannt: Ein Schleuser nimmt die Papiere und lässt uns und das Auto abfertigen.
In Atar hatte uns der Zoll nur eine Kopie der Verlängerung. Die Diskussion zum Wieso und warum hätten uns überfordert. Das Geld ist gut angelegt, nach 30 Minuten waren wir draussen.

Auf der marokkanischen Seite dauert es etwas länger. Erst den Pass stempeln lassen, dann wird der Wagen vom Zoll untersucht und ein Laufzettel ausgestellt. Damit ins Zollbüro und stempeln lassen. Danach wird der temopräre Fahrzeugschein ausgestellt. Zum Röntgen wird der Zettel und der Fahrzegschein benötigt. Nach dem Röntgen nochmals ins Zollbüro, noch ein Stempel. Ein freundlicher Zöllner, der einen Husky besitzt, hilft uns den richtigen Beamten zu finden.
Bei der Ausfahrt wird der Laufzettel einbehalten und ein Fiche mitgenommen, auf dem die Polizeinummer eingetragen wird.
Nach 2 Stunden für beide Grenzen sind wir durch.

In Bir Gandouz holen wir das Mittagessen nach. Stephan hatte uns das Motel empfohlen, ein guter Tipp.

Noch ein paar Kilometer nach Norden, dann biegen wir ab uns stellen uns hinter einem Kieshügel sichtgeschützt zum Schlafen auf.

Rückensand

Über Nacht hat die Plane geflattert, am Tage nimmt der Wind eher noch zu.
Frühstück in Karl-Heinz' Auto, dann weiter zu Aische. An diesem Monolihten haben Bildhauer zur Milleniumswende Skulpturen in den Stein geschlagen.

Während wir dort Fotos machen ist die SD Karte voll, Tauschen hilft.

Danach zurück zur Bahn und weiter Richtung Westen.
Verfahren kann man sich eigentlich nicht, es gibt immer genug Spuren. Mit den Gleisen als Orientierung treibt uns der Wind incl. Sand vor sich her. Dauerparker schützen ihre Autos soweit möglich.

Das Brot als Mittagspause im Windschatten des Autos knirscht ein wenig beim Kauen.
Ein Vorabkomando des Africa Eco Race kommt uns entgegen. 

Westlich von Inal kann man sich aussuchen, ob man auf groben Steine, Wellblechpiste oder Steine mit Wellblech fahren möchte. Irgendwann wollen wir nichts mehr davon, ausserdem ist die potentielle Düne noch 100 km entfernt. Es ist zweifelhaft, ob das bis zum Sonnenuntergang zu schaffen ist. Deshalb biegen wir nach Süden von der Piste ab und stellen uns hinter eine Sanddüne. Es dauert nicht lange, dann kommen zwei Hirten von einem Zelt ein paar Dünen weiter und unterhalten sich ein bisschen mit uns. Der eine kann 5 Sprachen: Arabisch, Französisch, Spanisch, ein paar Brocken Englisch und Deutsch. Beim Sonnenuntergang hört man leise den Vorbeter und es ist herrlich windstill.
Später weckt mich ein Erzzug, der in weniger als einem Kilometer vorbei rumpelt.

Ab jetzt geht es nach Hause

Nach einem gemütlichen Frühstück rollen wir nach Norden aus der Stadt. Der Posten, der sonst die Visanummer wissen wollte, hatte am Vorabend im Süden Dienst und so kommen wir ohne weitere Fragen durch.
Auch die weiteren Posten sind freundlich und lassen uns ohne weitere Checks durch.
Ein ungewöhnlicher Passant läuft an einer Mauer entlang.

Vor Choum biegen wir links ab und fahren über Schotterebenen zur Bahn. Im Nirgendwo wird Marmor gewonnen.

An der Bahn beginnen die Sandfelder und es macht wieder mehr Spaß zu fahren.

Bei Streckenkilometer 400 überqueren wir die Gleise und suchen unseren Weg durch die Dünen zu Ben Amira.

Wie wir später bei der Pistenkuh lesen soll man diese Weichsandfelder unbedingt meiden. Dabei reicht Luft ablassen wenn man stecken geblieben ist.
Im Windschatten des Monolithen schlagen wir das Nachtlager auf. Wobei Windschatten relativ ist, der Berg leitet einen Teil um und auf uns herunter.

Richtung Heimat

Die erste gute Tat des Tages: Die Frau sicher und rechtzeitig am Flughafen abgeliefert.

Auf Rückweg überrascht mich noch ein Sattelzug ohne Heckleuchten

Dann zurück (es ist 5:44 Uhr) zur Kathedrale und nach dem Frühstück fahren wir nach Atar.
Die Strasse ist eintönig, der Weg nach Nouakchott über Bennichab war interessanter.

Im Bab Sahara sind 5 Hunde, deshalb wird Zaira auf der Ladefläche zu Schlafen geschickt. Klappt nur begrenzt:

Jetzt geht es über Choum und die Erzbahnpiste nach Marokko. Ohne Mobilfunk

Verwaltung und Fischerei

Am 09.01. haben wir uns um die Nachfolgeversicherung gekümmert.

Gültig bis zum 10.01., einem Freitag, wird es anstrengend sich am Samstagmorgen eine neue Police zu beschaffen wenn wir nach Atar fahren wollen. 
Freitags geht in der Islamischen Republik Mauretanien auch nichts, also am Donnerstag losziehen. Das erste Büro, vor dem irgendwas mit Assurance und Automotive steht, reicht uns.
Eine Dame kann Englisch. Ihr Sohn studiert in Frankfurt und ist mit einer Deutschen verheiratet. Zusammen mit dem Dokument von der Grenze bekommen wir eine 10 Tagespolice, was uns als letzten Tag in Mauretanien den 18.01. beschert.
Ausreichend, um über Atar und die Erzbahnpiste nach Marokko zu kommen.

Am Freitag haben wir den Fischereistrand besucht.

Die Boote hatten schon größtenteils ihren Fang angelandet und lagen auf dem Strand oberhalb der Wasserlinie.

Die Fische werden ausgenommen, um den Kaviar getrennt zu nutzen.

In der Verkaufshalle lagen noch Reste vom Vormittag.

Auf dem Strand haben sich ein paar Boote für die nächste Fahrt bereit gemacht.

Ira war die Attraktion: Germany's next dog model.

Eine schöne, entspannte Atmosphäre dort. 

Morgen früh bringe ich Jeannette zum Flughafen, danach geht es auf die Strasse nach Atar.

Zurück in der Zivilisation ?

8:00 und 8°C, dazu noch Wind. Wir fahren erstmal ein Stück, dann frühstücken wir in Karl-Heinz' Auto. In Bennichab gibt ist nichts zu sehen von der berühmten Quelle, nur ein paar Fabrikhallen.

Die Piste nach Süden ist bei weitem nicht so eindeutig wie das Navi suggeriert. Die Spurenbündel sind breit, manchmal müssen wir einen Haken schlagen um wieder zurück zu kommen. Aber alle führen irgendwie nach El Asma an der RN1.

Bei Toyota in Nouakchott eine Überraschung: nach einer 3/4 Stunde wird Karl-Heinz die Anzahlung zurück gegeben, das Rücklicht war innerhalb von 3 Wochen nicht lieferbar. Ein rechter Aussenspiegel ist ebenfalls nicht am Lager. Wahrscheinlich werden diese Teile einfach nicht nachgefragt, wenn man die Autos hier sieht ist das alles überflüssiger Kleinkram.
Eigentlich wollte ich meinen Reifen dort auswuchten lassen. Nach den Erfahrungen lassen wir das bleiben und fahren zum nächsten Reifendienst. Dort ist es in 10 Minuten erledigt.
Den Geburtstagskuchen nehmen wir im Hof der Kathedrale ein.

Sand ade (vorerst)

Mit dem Aufstehen warten wir, bis es ein bisschen wärmer wird, 6°C sind doch arg schattig. Nach dem Frühstück geht es weiter durch anspruchvolle Dünen bis in die Schotterfläche zwischen den Dünengürteln. Danach treffen wir auf eine Spur die uns entspannt durch die weiteren Dünen bringt.

Am nördlich Ende des Erg geht die Piste in die Regfläche über. Die nächsten 30km hat die Strassenmeisterei, die Leitpfosten neu gestrichen.

Auf dem Asphalt kurz bis Akjoujt, dann biegen wir ab auf die Piste nach Bennichab. Der Einstieg ist ein bisschen tricky, danach geht es parallel zur Pipeline. Die Piste wird im östlich Abschnitt überarbeitet, ansonsten ist sie einfach zu befahren.

Hinter einer Düne wird windgeschützt das Nachtlager aufgeschlagen. Ameisen hatten die gleiche Idee und haben ihre Hügel dort gebaut.

Ich suche Feuerholz, das wird jedoch wegen des Windes nicht gebraucht. 20:00 und 20°C sind eine angenehme Kombination.